Architekt und Siegerstudie für 56-Millionen-Neubauprojekt präsentiert

(18.05.2021, Schwarzach/Salzburg) - Die Pläne für den Um- und Ausbau des Kardinal Schwarzenberg Klinikums in Schwarzach nehmen konkrete Form an. Im Dezember 2019 hat die Salzburger Landesregierung den Beschluss zur Finanzierung des “Masterplans” für das Pongauer Schwerpunktkrankenhaus in Höhe von 56,4 Mio. Euro gefasst. Dessen größter Meilenstein ist ein siebengeschossiger Neubau auf dem Areal des ehemaligen „Kinderspitals“ (Bauteil E) im nördlichen Bereich des Klinikums. Aus dem Architektur-Vergabeprozess, der in Form eines wettbewerblichen Dialogs gestaltet wurde, geht die Bietergemeinschaft der Architekturbüros Maurer & Partner aus Hollabrunn und Franz & Sue aus Wien als Gewinner hervor. Die nutzerorientierte Projektstudie und das umsetzende Bau- und Projektmanagement wurden heute von Finanz- und Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Klinikum-Geschäftsführerin Cornelia Lindner gemeinsam präsentiert. „Das Siegerprojekt verbindet auf einzigartige Weise Therapie und Diagnostik unter einem Dach“, freut sich Klinikum-Geschäftsführerin Cornelia Lindner.

„Als Schwerpunkt- und führendes Akut-Krankenhaus im Innergebirg nimmt das Kardinal Schwarzenberg Klinikum Schwarzach für die gesamte Versorgungsregion im Süden des Landes Salzburg eine führende Rolle in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ein. Deshalb ist es besonders wichtig, dieses Krankenhaus ständig auf neuestem Stand zu halten. Es freut mich sehr, dass ich nach den intensiven Vorbereitungen des Masterplans 2025 im Landesbudget sowie im Salzburger Gesundheitsfonds (SAGES) in der mittelfristigen Planung die notwendigen Mittel sicherstellen konnte“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und gratuliert den aus dem Architektur-Vergabeprozess hervorgegangenen Gewinnern.

Die Vergabekommission hat sich einstimmig für die Studie der Bietergemeinschaft entschieden. „Der Fokus des Siegerkonzepts liegt auf personal- und patientenorientierten Abläufen im Krankenhaus, Anbindung an den Bestand des Klinikums, Licht und Atmosphäre, Einbettung in Ortsbild und Landschaft, Würdigung der Kirche als unmittelbare Nachbarin des Neubaus sowie Ausbaufähigkeit bei Bedarf“, so Klinikum-Geschäftsführerin Cornelia Lindner weiter. „Dabei nutzen die Architekten die Hanglage perfekt, sodass straßenseitig nur vier Geschosse gänzlich wahrnehmbar sind und die unteren drei Geschosse im Hang ‚verschwinden‘. Die gesamte Höhe des Neubaus ist damit nur klinikumseitig zu erkennen.“

Patienten-, Personal- und Warenströme optimal gesteuert

Mit dem Neubau erhält die Psychiatrie des Klinikums nicht nur mehr Platz, sondern auch eine patienten- und nutzerorientierte Infrastruktur. Entsprechend den im Vorfeld verabschiedeten Plänen wird die psychiatrische Abteilung in die zwei obersten Geschosse des Neubaus einziehen, die sich zu einem lichtdurchfluteten Therapiegarten öffnen. Damit verfügt die Psychiatrie erstmals über einen Außenbereich. In den beiden Geschossen darunter werden die aus Pathologie, Mikrobiologie und Zentrallabor bestehende klinische Diagnostik und die Apotheke mit den drei Zonen Produktion, Administration und Warenlogistik verortet. Herzstück des Neubaus bilden die im ersten Obergeschoss liegenden hochmodernen Operationssäle, die zusammen mit einer neuen Holdingarea (Aufwachbereich) und einer neuen anästhesiologischen Intensivstation im Bestand (Bauteil C) ein niveaugleiches Kontinuum bilden. Nach den Plänen der Architekten wird der gesamte OP-Bereich ohne den laufenden OP-Betrieb unterbrechende Bauphasen errichtet, was eine enorme Erleichterung für Mitarbeiter und Patienten im Bauablauf darstellt. Im Erdgeschoss unterhalb der OP-Ebene werden OP-Sterilisation und Personaleinschleusung verortet; das Kellergeschoss bietet Technik-Räumen Platz. Sämtliche Ebenen des Neubaus werden optimal an die Bestandsstruktur des Klinikums angebunden. Bei entsprechendem Bedarf kann um einen weiteren Anbau mit Anbindung an Neubau und Bestand erweitert werden. Insgesamt werden durch dieses Konzept die für den betrieblichen Ablauf entscheidende Logistik aller Patienten-, Personal- und Warenströme optimal umgesetzt.

„Mit diesem Projekt entsteht ein hochmoderner und sehr ästhetischer Bau, der nicht nur die Bedürfnisse der Patienten und der in ihm arbeitenden Menschen berücksichtigt, sondern auch die Architektur des bestehenden Klinikums, den Kirchplatz, das Ortsbild und die Schönheit der Natur würdigt“, freut sich Klinikum-Geschäftsführerin Cornelia Lindner weiter und betont: „In den nun folgenden weiteren Planungsprozess werden, wie in der Vorbereitungsphase auch, alle Nutzergruppen intensiv eingebunden.“

Versorgung von mehr als 200.000 Einheimischen und ebenso vielen Touristen pro Jahr

Laut Beschluss der Salzburger Landesregierung beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen für den Masterplan des Klinikums in Schwarzach 56,4 Mio. Euro. 27,9 Mio. Euro kommen vom Land, 25,5 Mio. vom Salzburger Gesundheitsfonds SAGES, weitere 3 Mio. Euro steuern die 25 Pongauer Gemeinden bei. Mit diesem Gesamtinvestitionsvolumen für das zweitgrößte Spital im Bundesland wird die Gesundheitsversorgung der über 200.000 im Innergebirg lebenden Menschen und mindestens ebenso vielen Touristen im Jahr weiter ausgebaut und nachhaltig gesichert. „Für die Pongauer Bevölkerung und auch für den Pongau als Tourismusregion ist das Schwarzacher Klinikum mit seinen mehr als 500 Betten und 14 Primariaten die bedeutendste Gesundheitsinfrastruktur. Es ist wichtig, dass laufend in die Qualitätsverbesserung unseres regionalen Krankenhauses investiert wird. Wie schon in der Vergangenheit beteiligen sich die Pongauer Gemeinden auch diesmal am wichtigen Ausbau und an der Sanierung des Krankenhauses. Die Pongauer Bürgermeister wissen die Leistungen des Klinikums sehr zu schätzen und unterstützen deshalb gerne den Masterplan 2025 mit drei Millionen Euro und wollen damit die Bedeutung für die Region unterstreichen“, sagt der Vorsitzende der Pongauer Bürgermeisterkonferenz und Bürgermeister von Pfarrwerfen, Bernhard Weiß. Andreas Haitzer, Bürgermeister von Schwarzach, betont: „Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum ist nicht nur für Schwarzach, sondern für die gesamte Region von großer Bedeutung. Ausbau und Modernisierung sind ein ständiger Begleiter, um den hohen medizinischen Standard zu erhalten. Dies findet mit dem Neubau im Bereich des ehemaligen Kinderspitals eine eindrucksvolle Fortsetzung. Als Bürgermeister von Schwarzach freut es mich besonders, dass die Architekten die Topografie geschickt nutzen und sich der Neubau damit harmonisch in das Ortsbild einfügt.“

Einzug der Bereiche und Vollbetrieb ab 2026

Der nächste Schritt liegt nun in der konkreten weiteren Planung des Neubaus unter enger Einbeziehung aller Nutzergruppen. 2022 folgen Einreichplanung und Bewilligungsverfahren, welches nach den Plänen des Baumanagements und der Architekten im August 2022 abgeschlossen werden kann. Parallel dazu werden vorbereitende Maßnahmen zum Abriss des ehemaligen Kinderspitals getroffen, der voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2023 erfolgt. Danach kann dann mit der Errichtung des Neubaus begonnen werden, der entsprechend der heutigen Planung im dritten Quartal 2026 in Betrieb gehen wird. Direkt nach Fertigstellung des Neubaus erfolgen Sanierung und Umbau der heutigen OP-Flächen, die nach dem Umbau die neue anästhesiologische Intensivstation mit Holdingarea- und Aufwachbereich bilden.

Ebenfalls Teil des Masterplans ist die Verbreiterung der einspurigen Rettungs-Zufahrt Ost, die auf zwei Spuren und einen Gehsteig für die vom Klinikum-Parkplatz kommenden Patienten, Besucher und Mitarbeiter ausgebaut wird. Die Arbeiten dafür starten bereits im Juni 2021. Außerdem erfolgt derzeit die Sanierung des Bauteils L (psychiatrische Tagesklinik). Hier entstehen neue Büroräume für jene Mitarbeiter, die derzeit noch im Anbau des ehemaligen Kinderspitals untergebracht sind. Diese Sanierungen werden voraussichtlich noch im November 2021 abgeschlossen sein.

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Daten & Fakten Neubau E:

-Geschosse: 7
-Bruttogeschossfläche: 12.370 m2
-Baubeginn: 2023
-Inbetriebnahme geplant: 2026

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Die Architekten:

Mit Einstimmigkeit hat die Vergabekommission die Bietergemeinschaft der beiden Architekturbüros Maurer & Partner ZT GmbH aus Hollabrunn (www.maurer-partner.at) und Franz & Sue ZT GmbH aus Wien (www.franzundsue.at) zum Sieger des wettbewerblichen Dialogs gewählt. Architekten Maurer & Partner ZT GmbH hat durch langjährige Erfahrung im Gesundheitsbau bereits einige vergleichbare Projekte abwickeln können. Dazu zählen unter anderem, das St. Josef Krankenhaus in Wien, die Landeskliniken Mauer, Neunkirchen, Amstetten, Zwettl und Waidhofen/Ybbs oder auch die Gesundheitszentren Bad Tatzmannsdorf und Bad Schallerbach. Die entwickelten Bauten und das Engagement des Büros gelten dem Verständnis von Architektur als Teil eines Gesamtkonzeptes für einen menschengerechten Lebensraum. Architektur wirkt daher nicht als Plattform für Selbstdarstellung, sondern als Verantwortung gegenüber den Menschen, den Nutzern und den Betrachtern. Die sensible Eingliederung in die topografischen und stadträumlichen Voraussetzungen ist meist Ausgangspunkt für die Projektentwicklung. Die Bearbeitung der Projekte erfolgt bei Maurer & Partner derzeit von ca. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Franz & Sue ZT GmbH zählt zu den erfolgreichsten und innovativsten Architekturbüros Österreichs, mehr als 90 Personen arbeiten an Projekten im Bildungsbereich, an öffentlichen Bauten und Wohnbauprojekten. Die Architektur von Franz & Sue ist klar, reduziert und hochwertig, wichtig ist dem Wettbewerbsbüro vor allem der Dialog auf Augenhöhe.

„Wir, die Architekten Maurer & Partner, decken von Wohnhaus- und Gewerbeanlagen, über Schulen und Kindergärten bis zum Einfamilienhaus eine große Bandbreite ab und haben uns in den vergangenen Jahren insbesondere im Bereich des Gesundheitswesens einen Namen gemacht. Bei vielen dieser Projekte wirken wir als Generalplaner, wo wir Verantwortung für den gesamten Planungsprozess übernehmen“, erläutert Architekt DI Thomas Jedinger, Geschäftsführer von Maurer & Partner. Architekt DI Erwin Stättner, Geschäftsführer von Franz & Sue: „Die Kombination der langjährigen Erfahrung von Maurer & Partner im Krankenhausbau und unserer Expertise im Entwurf ermöglicht es, optimal auf die Nutzerwünsche einzugehen. Bei der Planung setzen wir auf das Prinzip der kurzen Wege, denn in einem Krankenhaus können Sekunden über Leben oder Tod entscheiden. Unser Entwurf schafft einen Fast Track zwischen Operationssälen und Intensivstation, um die PatientInnen schnellstmöglich zu versorgen. Besonders wichtig war uns, dass das siebengeschossige Gebäude nicht als wuchtiger Brummer wahrgenommen wird, sondern sich sanft und selbstverständlich in das Krankenhausensemble und auch das Ortsbild einfügt.“

 

Untenstehend sehen Sie einige Visualisierungen des geplanten Neubaus:

WICHTIGE INFORMATIONEN

Ein Nachweis über eine geringe epidemiologische Gefahr ist erforderlich und beim Betreten des Klinikums vorzuweisen.

Es gilt die 3-G Regel:

Getestet

  • PCR-Test (nicht älter als 72 Std.)
  • Antigen-Test (nicht älter als 24 Std.)
  • Antigen-Selbsttest mit QR-Code (nicht älter als 24 Std.)
  • Nachweis über neutralisierende Antikörper (max. 3 Monate alt)

Geimpft:

  • Mindestens 22 Tage und höchstens 9 Monate nach der ersten Teilimpfung
  • Zwischen 1. und 2. Teilimpfung dürfen max. 3 Monate liegen

Genesen:

  • Ärztliche Bestätigung oder Absonderungsbescheid über eine in den vergangenen 6 Monaten durchgemachte und aktuell abgelaufene Infektion

Im gesamten Klinikum-Bereich ist das Tragen einer FFP-2-Maske verpflichtend. Die FFP-2-Maskenpflicht gilt ab dem Alter von 14 Jahren, ab 6 Jahren kann stattdessen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Jüngere Kinder müssen den Mund-Nasenbereich nicht abdecken.

 

Wenn Sie zu einem geplanten stationären bzw. tagesklinischen Aufenthalt ins Klinikum kommen, gilt:

 

AMBULANZBETRIEB

Bitte beachten Sie:

  • Kommen Sie nur nach telefonischer Terminvereinbarung. Davon ausgenommen sind Notfälle.
  • Betreten Sie die Ambulanz erst unmittelbar vor Ihrem Termin.
  • Das Tragen FFP2-Schutzmaske ist im gesamten Innenbereich des Klinikums verpflichtend.