Negative Folge der Pandemie: Patienten mit kleinem “Schlagerl” scheuen oft den Weg ins Spital

- Primar der Neurologie im Klinikum Schwarzach warnt: “Symptome unbedingt ernst nehmen, sonst steigt Risiko für schweren Schlaganfall deutlich”
- Einzige “Stroke Unit” im Innergebirg steht rund um die Uhr für Versorgung von Schlaganfallpatienten bereit


(09.12.2021, Schwarzach/Salzburg) – Immer wieder kommt es aufgrund der Corona-Pandemie vor, dass Menschen mit Krankheitssymptomen nicht zum Arzt oder ins Spital gehen. Bei ersten Anzeichen für einen Schlaganfall erweist sich diese “falsche Zurückhaltung” als besonders gefährlich. Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach, welches im Bundesland Salzburg neben der Christian-Doppler-Klinik als einziges Spital mit einer „Stroke Unit” ausgestattet ist, warnt vor dem hohen Risiko für betroffene Patienten, die nicht adäquat neurologisch untersucht werden. “Trotz Pandemie sind wir rund um die Uhr in der Lage, Patienten mit einem Schlaganfall oder auch dem bekannten kleinen ‘Schlagerl’ zu versorgen”, betont Primar Dr. Christof Bocksrucker, Leiter der Neurologischen Abteilung in Schwarzach.

Der Schlaganfall ist in Österreich nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache und die Hauptursache für bleibende Behinderungen bei betroffenen Menschen. In rund einem Drittel der Fälle geht dem großen oder echten Schlaganfall eine “transitorische ischämische Attacke (TIA)” voraus, dabei handelt es sich um eine flüchtige Minderdurchblutung im Gehirn. Umgangssprachlich wird dieses Krankheitsbild oft auch als "kleines Schlagerl" bezeichnet. Auch in diesen Fällen ist aber eine Abklärung in einer auf Schlaganfall spezialisierten Einheit - eben einer Stroke Unit - unerlässlich, damit eine entsprechende Weiterbehandlung (Sekundärprophylaxe) erfolgen kann, die das weitere Fortschreiten der Erkrankung verhindert. 

Untersuchung in Stroke Unit unerlässlich

“Die Anzeichen für eine TIA bzw. ein kleines Schlagerl werden leider oft übersehen oder zumindest für eine gewisse Zeit unterschätzt. Sollten auch nur für kurze Zeit halbseitige Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen oder auch plötzliche Sehstörungen und Schwindel auftreten, sollte unbedingt eine Neurologische Abteilung mit Stroke Unit aufgesucht werden”, so Primar Bocksrucker. “Geschieht dies nicht, besteht ein stark erhöhtes Risiko, einen großen Schlaganfall mit möglicherweise bleibenden Ausfällen zu erleiden – besonders dann, wenn hoher Blutdruck, Diabetes oder andere Risikofaktoren bestehen oder die Symptome der TIA längere Zeit andauern. Patienten mit großem Schlaganfall werden dann ohnehin ins Krankenhaus kommen und binden dort erst recht die medizinischen und pflegerischen Kräfte.” 

Weniger „Schlagerl“-Patienten kommen zur Abklärung

Deshalb gelte es auch in der aktuell herausfordernden Situation, große wie kleine Schlaganfälle rasch und umfassend abzuklären und zu behandeln. “Leider haben wir feststellen müssen, dass seit Ausbruch der Pandemie weniger Patienten mit geringen oder auch flüchtigen Schlaganfall-Symptomen zu uns kommen”, beklagt Bocksrucker. Diesen
bedenklichen Rückgang belegen auch Zahlen aus einer deutschen Studie (1). Es konnte gezeigt werden, dass schon in den ersten drei Monaten der Pandemie ein Rückgang von mehr als 20 Prozent bei Patienten mit TIA verzeichnet wurde. 

Neurologe appelliert: “Bei Symptomen nicht zögern, sofort zu uns kommen”

Der Neurologie-Primar im Klinikum Schwarzach appelliert an alle Betroffenen, sich bei den erwähnten ersten Anzeichen für einen Schlaganfall umgehend untersuchen zu lassen: “Trotz Pandemie können wir die gewohnt hohe Behandlungsqualität sicherstellen. Durch frühzeitige Behandlung kann das Risiko für einen größeren Schlaganfall deutlich reduziert werden. Neben dem nachgewiesenen Nutzen für den Patienten ist es auch für das momentan so geforderte Gesundheitssystem besser, eine vorübergehende TIA rasch zu behandeln, als dann mit schweren, langwierigen Symptomen nach einem großen Schlaganfall längere Zeit im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung verbringen zu müssen.”

Stroke Unit Schwarzach seit 10 Jahren

Die Stroke Unit im Kardinal Schwarzenberg Klinikum wurde im Dezember 2011 mit 4 Betten in Betrieb genommen. Seit Jänner 2015 gibt es zusätzlich eine Einheit zur Neurologie-Akutnachbehandlung mit 5 Betten. In der rund um die Uhr für die Aufnahme von Notfällen gerüsteten Stroke Unit werden jährlich mehr als 300 Schlaganfall-Patienten aus der gesamten Versorgungsregion 52 (Pongau, Pinzgau, Lungau) und darüber hinaus versorgt. Dazu kommen jährlich mehr als 80 „Schlagerl“ (TIA).

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[1] (Richter.D.Stroke.2021;52:716-721.DOI:10.1161/STROKEAHA.120.033160).

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Kardinal Schwarzenberg Klinikum

Mit mehr als 500 Betten, 14 Primariaten und mehr als 50 Ambulanzen stellt das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach (Bezirk Pongau) als zweitgrößtes Krankenhaus im Bundesland die medizinische Versorgung im Süden Salzburgs auf höchstem Niveau sicher. Das seit über 175 Jahren in der Tradition der Barmherzigen Schwestern geführte Ordensspital steht neben seinem medizinischen Leistungsspektrum besonders auch für zuwendungs- und würdevolle Pflege bei jährlich rund 190.000 Patientenkontakten (davon rund 30.000 stationäre Patienten). Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum ist Arbeitgeber für mehr als 1.500 Mitarbeiter und ein zentraler Wirtschaftsmotor für den gesamten Pongau.

WICHTIGE INFORMATIONEN

Aktuelle Informationen zu Leistungsanpassungen Frauenheilkunde & Geburtshilfe

Sehr geehrte Patientin!

Die aktuell angespannte Personalsituation im Ärzteteam der Abteilung Frauenheilkunde & Geburtshilfe erfordert ab 30. Mai Leistungsanpassungen. Die Versorgung von gynäkologischen Notfällen ist in jedem Fall gesichert.

Die wesentlichen Maßnahmen sind hier zusammengefasst.

Keine Änderungen gibt es bei:

  • Normalgeburten von allen im Bezirk Pongau und Lungau wohnhaften Patientinnen
  • Risiko- und Frühgeburten ab 29 Schwangerschaftswochen für alle Patientinnen unabhängig vom Wohnort
  • Patientinnen mit einem onkologischen Befund, die sich bereits in Behandlung befinden. Diese Patientinnen werden in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Innere Medizin des KSK betreut.
  • Stanz-Biopsien bei Auffälligkeiten in der Brust in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie
  • Mit den Krankenhäusern Zell am See, St. Johann in Tirol, Hallein, Schladming und dem Uniklinikum Salzburg wurde vereinbart, dass normale Geburten von Schwangeren aus diesen Bezirken im Wohnsitzbezirk stattfinden.
  • Eine Aufnahme von neuen onkologischen Patientinnen ist derzeit nicht möglich.
  • Die Biopsie der Brust (Entnahme einer Gewebeprobe) zur Abklärung von Auffälligkeiten ist weiterhin im KSK möglich. Bitte kontaktieren Sie in diesem Fall für eine Terminvereinbarung unsere Abteilung für Radiologie von Montag – Freitag (Zeitraum): 06415 7101 2043

Informationen zu aktuellen Zutrittsregelungen

Der Zutritt ins Klinikum ist ausschließlich über den Screening-Bereich (Haupteingang Ost) möglich.

BESUCHER

Grundsätzlich gilt:

  • 1 Besucher pro Patient pro Tag für max. 1 Stunde
  • Besuchszeiten täglich von 15.00 -19.00 Uhr
    Ausnahmen: Patienten in lebensbedrohlichen Situationen oder in Palliativbetreuung; Verabschiedung durch Angehörige; Patienten der Kinder- und Jugendmedizin
  • Besuche sind nur nach telefonischer Terminvereinbarung möglich - 06415 71010

Es gilt die 3 G-Regel:

    Geimpft:

    Als geimpft gilt:

    • Abgeschlossene Impfserie mit einem von der EMA zugelassenen Impfstoff.

    Gültigkeiten: 

    • Die erste Impfserie - 2 Impfungen oder Genesung (positives Testergebnis vor mind. 21 Tagen vor der Impfung) + 1 Impfung -  ist 180 Tage gültig.
    • Bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr darf die Zweitimpfung nicht länger als 210 Tage zurückliegen.
    • Bei zwei notwendigen Teilimpfungen gilt das Impfzertifikat ab dem 2. Impftermin.
    • Bei Genesenen mit einer Teilimpfung gilt das Impfzertifikat ab dem Impftermin.
    • Das Impfzertifikat der Booster-Impfung (3 Impfungen oder Genesung + 2 Impfungen) ist 365 Tage gültig. 
    • Zwischen erster und zweiter Impfung müssen mindestens 14 Tage, zwischen zweiter und dritter Impfung zumindest 90 Tage liegen.

    Als Impfnachweis gelten der gelbe Impfpass, ein Impf-Kärtchen sowie ein Ausdruck bzw. ein PDF (z.B. am Handy) der Daten aus dem e-Impfpass oder in der  App „Grüner Pass“.

    Genesen:

    • Genesungsnachweis, ärztliche Bestätigung oder Absonderungsbescheid über eine in den vergangenen 6 Monaten (180 Tagen) molekularbiolgisch bestätigte, überstandene Infektion.

    Getestet

    • PCR-Test einer befugten Stelle, dessen Abnahme nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen darf.
    • Antigen-Test einer befugten Stelle, dessen Abnahme nicht mehr als 24 Stunden zurückliegen darf.
    • Antigen-Test zur Eigenanwendung, der in einem behördlichen Datenverarbeitungssystem erfasst wird und dessen Abnahme nicht mehr als 24 Stunden zurückliegen darf.

       

      BEGLEITPERSONEN

      Pro Patient ist eine Begleitperson zugelassen. Informationen finden Sie hier.

       

      AMBULANZBETRIEB

      Bitte beachten Sie:

      • Für ambulante Patienten ist kein G-Nachweis erforderlich, jedoch erwünscht.
      • Kommen Sie nur nach telefonischer Terminvereinbarung. Davon ausgenommen sind Notfälle.
      • Betreten Sie die Ambulanz erst unmittelbar vor Ihrem Termin.
      • Das Tragen FFP2-Schutzmaske ist im gesamten Innenbereich des Klinikums verpflichtend.

      GEPLANTER STATIONÄRER AUFENTHALT

      Wenn Sie zu einem geplanten stationären bzw. tagesklinischen Aufenthalt ins Klinikum kommen, beachten Sie bitte: